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Pflichtlieder 2003
Die Stücke können lt. Ausschreibung in beliebiger
Reihenfolge gesungen werden.
Das Pflichtliedsingen am Samstag, 5. Juli 2003 ab 9:30 im Stadtsaal in
der Lutherstraße wird von vielen fachkundigen Personen besucht, die so im direkten
Vergleich einen Überblick über das Leistungsniveau der teilnehmenden Chöre erhalten.
EINTRITT FREI! |
1. Antonio LOTTI (um
1667-1740):
"Crucifixus" á 8 voci
Lotti war ein späterer Nachfolger Monteverdis auf
dem Kapellmeisterposten in San Marco zu Venedig. Wie dieser erwarb
auch er sich großen Ruhm als Opernkomponist. Nach kurzer Tätigkeit am
Dresdner Hof August des Starken von 1717 bis 1720 verzichtete er auf
Ruhm und Glanz des Opernstars und widmete sich fast ausschließlich
geistlichen Werken. Anders als in seinen eingängigen Opern bediente er
sich hier des alten kontrapunktischen Kirchenstils und reicherte ihn
in seinen drei Crucifixus-Vertonungen chromatisch an. Der
8-stimmige Satz entstand in Dresden für die dortige Hofkapelle. Der
erste Höreindruck erinnert überraschend an das Crucifixus in Bachs
h-moll-Messe, deren Urfassung 1733 übrigens auch für den Dresdner
Hof entstanden war. Ein Einfluß Lottis auf Bach dürfte jedoch nicht
bestehen, die Verwandtschaft liegt eher in der barocken Affektenlehre
begründet, derer sich alle Komponisten bedienten. Hatte man in der
Florentiner Camerata noch über den Zusammenhang zwischen Sprache und
Musik in der Antike nachgedacht, war im Spätbarock die an der Rhetorik
orientierte Affektenlehre längst die internationale Sprache der
Musiker geworden. Für Komponisten wie Lotti oder Bach war sie aber nur
Grundlage eines höchst ausgefeilten und eindringlichen Personalstils. |
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2. Robert Sund
(*1942):
"dans till skatfötter" magpie's danceRobert Sund wurde 1942 in Gävle geboren. Er studierte zunächst
an der Universität in Uppsala Psychologie, Pädagogik, Soziologie, Musikwissenschaft und Englisch,
danach an der
Stockholmer Musikhochschule Chorleitung bei Eric Ericson. Den Männerchor “Orphei Drängar”, in dem er neben vielen anderen
Chören als Sänger aktiv war, übernahm er 1985 zusammen mit Eric Ericson als Chorleiter. Zahlreiche
Verpflichtungen als Gastdirigent bei bekannten Chören wie dem Rundfunkchören in
Stockholm und in Wien, dem “Eric-Ericson-Kammerchor”, dem
Adolf-Fredriks-Bachchor”, dem “Coro Nacional” in Kuba, der “Grupo de Canto Coral” in Buenos Aires und dem
“Welt-Jugendchor” in Südamerika machten Robert Sund
international bekannt.
Er war auch als Gastdozent an den Universitäten von Minnesota und Tacoma (USA) und der Musikhochschule Düsseldorf
tätig. Seine Kompositionen und Arrangements auf dem Gebiet der Chor- und Instrumentalmusik sind in der ganzen Welt bekannt und
beliebt. Als Jurymitglied wird er zu vielen internationalen Chorwettbewerben berufen. 1993 wurde Robert Sund zum
“Chorleiter des Jahres” in Schweden gewählt. |
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3. Iván ERÖD (*1936):
"Drei Gedichte" (aus Goethes "West-östlicher Divan)Eröd, Iván, * 2. 1. 1936 Budapest (H),
Komponist. Ausbildung in Budapest und ab 1956 in Wien bei K. Schiske und H.
Jelinek, Sommerkurse in Darmstadt. 1967-89 Lehrtätigkeit in Graz, seit
1989 Prof. für Komposition und Musiktheorie an der Wr. Musikhochschule;
Pianistentätigkeit; Mitgl. des Ensembles "die reihe". Joseph-Marx-Musikpreis
des Landes Stmk. 1981.
Seit 1989 ordentlicher Professor für Komposition und Musiktheorie an der
Wiener Universität für Musik, zuvor 1975-1989 in Graz. Zahlreiche Preise in
Österreich, Bartók-Pásztory-Preis in Ungarn. Studierte Klavier und
Komposition an der Musikakademie Budapest und an der Wiener Musikakademie.
1961 Diplome mit Auszeichnung. Meisterkurse bei C. Agonti und E. Steuermann
(Klavier) und Luigi Nono (Komposition). Langjährige Tätigkeit als
Konzertpianist (u.a. mit den Wiener Philharmonikern unter Karl Böhm),
Kammermusiker und Liedbegleiter. 1962-68 Korrepetitor an der Wiener
Staatsoper und Studienleiter bei den Wiener Festwochen. Mitglied des
Ensembles "die reihe". Als Komponist Aufführungen in der ganzen Welt,
Auftragswerke für Österreich, Deutschland, USA, Opernpremieren bei den
Wiener Festwochen und beim Steirischen Herbst. Interpreten seiner Werke sind
Marjana Lipovsek, Franz Hawlata, Haydn-Trio, Küchl-Quartett, Wiener
Streichsextett, Scharoun Ensemble Berlin u.a.
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